Hinter jeder Plattform stehen andere Nutzungssituationen: Zuschauer:innen, die zwischen Livestream und Mediathek wechseln, Kandidat:innen und Unternehmen, die auf einer Jobplattform zueinanderfinden sollen, Reisende, die ein Produkt unterwegs nebenbei bedienen. Solche Situationen kennen wir aus eigenen Cases, und sie bestimmen, womit wir anfangen: mit Struktur und Nutzungskontext, erst danach mit Screens und Komponenten.
Informationsarchitektur und Patterns für wiederkehrende Nutzung
Wer ein Produkt regelmäßig nutzt, merkt sich Wege und stolpert über jede Abweichung. Bei Plattformen klären wir deshalb zuerst die Struktur: Welche Objekte gibt es, welche Zustände, welche Rollen? Daraus entstehen Navigationsmodelle und UX Patterns, die auf der gesamten Plattform gleich funktionieren und Nutzer:innen Sicherheit geben. Strittige Varianten bauen wir als klickbaren Prototyp und prüfen sie im Usertest, bevor die Entwicklung Zeit investiert.
Medien und Streaming: viele Inhalte, viele Screens
Mediatheken und redaktionelle Plattformen stellen eigene Fragen: Wie finden sich Nutzer:innen in einem großen Angebot zurecht, wie steht ein Livestream neben dem Abrufangebot, und wie bleibt dieselbe Logik auf Smartphone, Tablet und TV verständlich? Im Case ARD Mediathek gehörten Streaming, Multiscreen, die Audiothek und der Livestream zu Olympia 2024 zum Umfang. Für jede Bildschirmgröße betrachten wir dabei die eigenen Anwendungsfälle, statt jede Ansicht überall nachzubauen.
Zweiseitige Plattformen: Kandidat:innen und Unternehmen
Auf Netzwerk- und Jobplattformen treffen unterschiedliche Interessen aufeinander: Kandidat:innen suchen passende Stellen, Unternehmen wollen sich präsentieren, und die Plattform funktioniert nur, wenn beide Seiten bleiben. Im Case XING AG standen Company Pages und Jobs im Mittelpunkt, erarbeitet mit Research und dem Jobs-to-be-Done-Ansatz. Er fragt, welche Aufgabe Menschen mit einer Funktion eigentlich erledigen wollen. Diese Frage stellen wir für jede Seite einer Plattform getrennt, bevor wir Funktionen priorisieren.
Design Systems, die im laufenden Betrieb bestehen
Damit Komponenten auch nach vielen Releases und über Teamgrenzen hinweg zusammenpassen, braucht es verbindliche Bausteine und Regeln. Wir definieren Elemente, Komponenten, Module und Templates samt Funktionalität, dokumentieren die zugehörigen UX Patterns und entwickeln bestehende Bibliotheken weiter, statt sie ohne Not zu ersetzen. Bei Telekom MagentaMusik, einem Projekt von Fork Unstable Media und Normkit, gehörten neben dem UI/UX Design auch Design System, Continuous Integration und Kanban zum Projektumfang. Konzepte und funktionale Beschreibungen bereiten wir so auf, dass interne wie externe Entwicklung direkt damit arbeiten kann.
Mobilität, Reisen und Hardware
Unterwegs wird ein Produkt nebenbei bedient: im Gehen, unter Zeitdruck, oft mit nur einer freien Hand. Beim RIMOWA Electronic Tag, einem Projekt von Juno und Normkit, standen Hardware-UX, Prototyping und Service-Design für vernetztes Gepäck im Mittelpunkt. Line Andermark aus unserem Team gestaltet zudem modulare Interface-Konzepte für komplexe SaaS-Plattformen, unter anderem in der Mobilität, und arbeitet dabei mit UX Audits, Journey Mapping und Remote Testing.